Zur Geschichte der Stadtbibliothek Vetschau

1891     

Mit der Gründung des Volksbildungsvereins wird auch die Bücherei ins Leben gerufen. Um die Vetschauer Bevölkerung noch mehr an Kultur und Bildung heranzuführen, veranstaltet der junge Verein unter der Leitung des Rektors Isaak "Unterhaltungsabende mit musikalischen und belehrenden Vorträgen".

  Aus alten Schriften des Vetschauer Archivs ist Folgendes zu erfahren: "... dieser Verein hat es sich u. a. zur Aufgabe gestellt, eine Volksbücherei zu gründen und zu unterhalten".
  "Mit Gründung zählt die Bücherei 600 Bände. Sie wird sehr stark benutzt und es wird eine weitere Vermehrung der Bücher angestrebt."
  "... die Bücherei erfreut sich großer Beliebtheit und hat gute Erfolge aufzuweisen."
 

"... dem Verein auch eine staatliche Unterstützung zuteil werden zu lassen, da im Interesse unserer starken Fabrikbevölkerung geeigneter Lesestoff in ausreichendem Maße beschafft werden muss." (Übernommen aus einer Abschrift aus dem Protokollbuch einer Schuldeputatsitzung vom November 1899.)

 

 1904

Der Lehrer Rudolf Schulz übernimmt die Verantwortung für die Bücherei. Bis 1911 wächst der Bestand der Vetschauer Bücherei bereits auf 1.000 Bände, 1914 auf 1.500 Bände.

 

Beginn des 1. Weltkrieges und auch hier ruht die Arbeit der Bücherei trotz extrem wirtschaftlicher Probleme nicht. Der Volksbildungsverein ruft auf: "... Sammelt Lesestoff und sendet ihn ins Feld." Der Bestand der Bücherei ist bis auf etwa 2.000 Bände angewachsen und es werden nach wie vor Vortrags- und Theaterabende veranstaltet.

 

 1919

Die fortschreitende Geldentwertung behindert immer mehr die Arbeit des Vereins. Die Bücherei muss auf Neuanschaffungen verzichten. Der alte Bestand, teilweise inhaltlich überholt, beginnt infolge des holzartigen Papiers und der Kriegseinbände zu verfallen.

 

 1924

Die Bücherei wird Mitglied des Provinzialverbandes Brandenburgischer Büchereien und schließt sich an die staatliche Büchereiberatungsstelle zu Frankfurt/Oder an. Von ihr, von der Gesellschaft für Volksbildung und auch von der Stadt selbst, erfährt die Bücherei Vetschau wesendliche Förderung. Vier Jahre später beträgt der Buchbestand 1.141 Bände. Weiterhin sagen Archivunterlagen folgendes aus:

 

 1928

"... An 33 Ausleihtagen sind von 524 Lesern 1.081 Bücher entliehen worden. Von Juli bis Oktober muss die Bücherei geschlossen bleiben." Im selben Jahr wird erstmals die Notwendigkeit eines Bücherverzeichnisses für die Leser der Stadt Vetschau erwähnt.

 

 1931

Zum 40. Jahrestag der Bücherei wird dem Mitbegründer des Volksbildungsvereins, Herrn Gastwirt Albert Jentzsch, die erste Ausgabe des Bücherverzeichnisses der Volksbücherei Vetschau überreicht.

 

 1939

Mit dem Erscheinen des Bücherverzeichnisses wird auch eine Benutzerordnung herausgegeben. Die Bücherei ging in den Besitz der Stadt Vetschau über und wurde somit Volksbücherei. Zu dieser Zeit umfasst der Bestand wieder ca. 2.000 Bände.

 

 1945

Mit dem Ende des 2. Weltkrieges wird durch eine Prüfungskommission der Buchbestand gesichert und faschistische Literatur ausgesondert. Bereits im Herbst wird die Bücherei am Markt wiedereröffnet. In den folgenden Jahren vergrößert sich der Bestand und die Leserzahl.

 

 1954

Umzug ins Stadtschloss

 

 1960

Umzug in die Karl-Marx-Straße

 

 1966

Die angemeldeten Leser haben erstmals die Möglichkeit, ihre Literatur am Regal auszuwählen. Alle Standorte der Bibliothek im Verlauf der 115 Jahre lassen sich aus alten Unterlagen nicht mehr ermitteln. Nach dem 2. Weltkrieg eröffnet sie am Markt und wechselte danach noch vier Mal ihren Standort.

 

 1973

Umzug in die Kirchstraße

 

 1981

Die Aufgaben einer Stadt- und Zentralbibliothek, die die Bibliotheksversorgung der Vetschauer Bürger und die Literaturversorgung aller Gemeindebibliotheken des Gemeindeverbandes sowie ihre fachliche Unterstützung umfassen, werden übernommen.

 

 1984

Durch umfangreiche Um- und Ausbauarbeiten in den Räumen der Kirchstraße kann erstmals eine Kinderbibliothek angeboten werden.

 

 1994

Der letzte große Umzug in die Maxim-Gorki-Straße bedeutet für alle Leser und Mitarbeiter eine erhebliche Verbesserung. Auf 240 Quadratmeter werden neben Bücher auch MCs, CDs, Videos und seit neuestem CD-ROMs sowie DVDs angeboten.

Mit ca. 800 angemeldeten Lesern und rund 45.000 Entleihungen beweist die Stadtbibliothek ihre Unverzichtbarkeit für Bildung, Kultur, Hobby, Freizeit sowie Informationen.

2004 Gründung des Freundeskreises Bibliothek. Aufnahme in den Kulturverein Vetschau e.V.
Mitstreiter immer willkommen!
2008 Seit dem 01.01.2008 existiert nun die Bibliothek Lübbenau - Vetschau. Die Stadtbibliotheken in Lübbenau und Vetschau wurden zu einer organisatorischen Einheit zusammengeschlossen. Beide Städte unterhalten somit eine gemeinsame Bibliothek in Trägerschaft der Stadt Vetschau/Spreewald mit den Ausleihstellen in Lübbenau und in Vetschau.
 2008
Seit einigen Jahren bestehen mit den ortsansässigen Schulen Kooperationsvereinbarungen.
 2009 Einführung des Online Katalogs - Informieren, Reservieren und Verlängern ist jetzt im Internet möglich.
Der Medienbestand wird erweitert. Konsolenspiele wie Playstation, Wii sowie NDS können zusätzlich entliehen werden.
2015 Am 11. Mai 2015 startete die gemeinsame Bibliothek Lübbenau-Vetschau die Onleihe!
Somit können unsere angemeldeten Leser per Mausklick ins digitale Bücherregal und rund um die Uhr digitale Medien ausleihen Auswählen, einloggen, herunterladen – so einfach funktioniert das digitale Ausleihen bei der gemeinsamen Bibliothek.
Der Leser braucht dazu nur einen Internetanschluss sowie einen PC, Laptop, Tablet, E-Reader, mp3-Player oder Smartphone und einen gültigen Bibliotheksausweis.

Besonderer Vorteil: Der zusätzliche Service ist für Bibliothekskunden kostenlos. Auch Mahngebühren gibt es bei der Onleihe nicht: Nach Ablauf der Ausleihfrist lässt sich die Datei nicht mehr öffnen. Die "Rückgabe" erfolgt sozusagen automatisch.

Im Bestand der Onleihe befinden sich derzeit mehr als 7.000 Medien (Stand 2017). Darunter sind klassische sowie aktuelle belletristische Werke, Hörbücher, Videos und Zeitschriften. Alle Medien gehören zum Onleihe-Verbund Niederlausitz. Die Leihfristen unterscheiden sich je nach Medium. Von einem Tag für Zeitschriften bis 28 Tage für ein E-Book.
2016 In 2016 feierte die Ausleihstelle Vetschau ihren 125. Geburtstag mit zahlreichen Gästen und einem Abendprogramm.