Das Zentrum der Kleinstadt Vetschau bildet eine nahezu geschlossene Altstadtbebauung mit liebevoll restaurierten Bürgerhäusern, einem geschmackvoll neu gestalteten Markt und vielen einzigartigen Baudenkmalen auf engstem Raum. Ein Rundgang durch die Altstadt und ihre angrenzenden Quartiere zeigt deutliche die Spuren der Stadtentwicklung vom Marktflecken über Erweiterungen im 19. Jahrhundert bis hin zur Entwicklung zur Kraftwerksstadt auf. In den letzten Jahren wird die Entwicklung zum touristischen Ausflugszentrum verfolgt, was man an vielen neugestalteten Objekten ablesen kann.
Als eine Hilfe wurde ein Altstadtrundgang als ein kleiner Stadtführer erarbeitet. Diesen erhalten Sie in der Tourismusinformation in der Drebkauer Straße 2b oder hier als Download.
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Kleine Einführung
Als Beginn für eine Wanderung durch die Altstadt eignet sich ein Rundgang um den Markt. Durch die kleine Heringsgasse gelangt man zur Wendisch-Deutschen Doppelkirche. Sie ist als bauliches Ensemble eine Besonderheit und einmalig in Deutschland. Um 1300 waren das Dorf Vetschau und die eingepfarrten Orte der Umgebung sorbisch/wendisch geprägt. Mit der Entwicklung des Marktfleckens zur Stadt setzte sich jedoch die deutsche Lebensweise, Kultur und Sprache mehr und mehr durch. Das Bürgertum erstarkte und strebte eine Loslösung von der wendischen Landbevölkerung an. Die deutsche Kapelle, die an der Nordseite der Wendischen Kirche angebaut war, reichte nicht mehr. Am 31. März 1690 wurde an gleicher Stelle der Grundstein zur neuen Kirche gelegt und diese vier Jahre später eingeweiht. Ab 1932 erfolgten die Predigten nur noch in Deutsch. Mit der Gründung des Fördervereins "Wendische Kirche e.V." im Jahr 1995 kam es zu einer umfassenden Sanierung der Kirche. Seit dem gleichen Jahr wird in ihr auch wieder sorbisch/wendisch gepredigt.
Von Wasser umgeben
Nur wenige Schritte von dem Kirchenensemble entfernt befindet sich das Vetschauer Schloss auf einer leichten Erhöhung und von einem Wassergraben umgeben. Das 1540 erbaute Ensemble mit seinem schönen alten Park ist heute Sitz der Stadtverwaltung Vetschau. Man erkennt noch Bauelemente der einstigen Renaissanceburganlage, obgleich das Gebäude im Laufe der Jahrhunderte durch verschiedene Baumaßnahmen stark verändert
wurde.
Bei den Rotstrümpfen vorbeigeschaut
Wiederum nur wenige Gehminuten entfernt lädt das Storchenzentrum des Regionalverbandes Calau des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) in der Drebkauer Straße 2a ein. Dort sind auf einem Horst vor dem Eingangsgebäude die berühmten "Internet-Störche" beheimatet. Unter www.storchennest.de kann man jederzeit einen neugierigen Blick in die "Kinderstube" der Rotstrümpfe riskieren. In umfangreichen Ausstellungen und Schauanlagen wird viel Interessantes rund um den Storch und seinen Schutz gezeigt.
Die Besucher erfahren, dass die Niederlausitz mit knapp 400 Brutpaaren die größte Storchendichte in Brandenburg hat. Immerhin neun Prozent des gesamtdeutschen Weißstorchbestandes brüten zwischen Elster und Neiße. Spannend sind auch die weiteren Ausstellungen über Fischotter, Hornissen und anderen im Spreewald heimischen Tieren. Vom Weißstorchzentrum aus kann man per Rad oder zu Fuß zahlreiche Weißstorchnistplätze im Spreewald oder ein nahe gelegenes Naturschutzgebiet besuchen. Darüber hinaus existieren zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten in der Vetschauer Altstadt sowie in den Ortsteilen. Ab Raddusch sind sogar Kahnfahrten in den inneren Oberspreewald möglich.