Wer Vetschau besucht, muss auch dem Spreewald einen Besuch abstatten. Denn schließlich befinden sich Teile des Stadtgebietes direkt im inneren Oberspreewald. Der Kahnfährhafen in Raddusch bietet sich für Ausflüge ins Land der tausend Fließe regelrecht an. Schnell tauchen die Fahrgäste ein in eine Welt aus Erlenwäldern, Wiesen, Feldern und einzelnen Gehöften. Das Wasser scheint dabei allgegenwärtig zu sein. Immerhin gibt es im gesamten Spreewald fast 1000 Kilometer Fließe.
Diese Niederungslandschaft verdankt ihr heutiges Aussehen der Eiszeit. Der Oberspreewald zwischen Lübben im Nordwesten und Peitz im Osten befindet sich im Baruther Urstromtal, welches die Schmelzwässer gen Westen abführte. Dagegen liegt der Unterspreewald, der sich zwischen Lübben und dem Neuendorfer See erstreckt, in einer Urstromtalung, die entstand, als die Schmelzwässer dort das Baruther Urstromtal durchbrachen. In der Nacheiszeit kam es zu den charakteristischen Flusslaufverzweigungen der Spree und zu umfangreichen Vermoorungen.
Nur elf Prozent eigentlicher Spree"wald"
Lange Zeit war der heutige Spreewald fast vollständig von Wald bedeckt. Zwar siedelten zeitig Menschen im Gebiet, allerdings nur an den Niederungsrändern. Erst in der frühen Neuzeit begann man, den Wald großflächig zu roden und im Inneren Siedlungsland zu schaffen. Beispielsweise entstand die Siedlung Burg-Kauper erst ab der Mitte des 18. Jahrhunderts.
Der eigentliche Waldanteil im Spreewald liegt heute lediglich noch bei elf Prozent. Die gesamte Niederungslandschaft stellt ein von Menschen geschaffenes Kulturareal dar. Seit 1990 wird der Spreewald durch das gleichnamige UNESCO-Biosphärenreservat geschützt, betreut und behutsam weiterentwickelt.
Über 18.000 Tier- und Pflanzenarten leben heute auf einer Reservatsfläche von rund 475 Quadratkilometern. Darunter befinden sich zahlreiche vom Aussterben bedrohte Arten wie der Schwarzstorch, der Fischotter oder verschiedene Orchideen. Durch das Biosphärenreservat werden viele verschiedene Touren durch den Spreewald angeboten. Dabei kommen jedoch nicht nur Naturliebhaber auf ihre Kosten, da die Landschaft stets mit ihren Bewohnern und ihrer reichen Historie in Gänze betrachtet wird.
Im Spreewalddorf Raddusch
Unmittelbar am südwestlichen Rand des Spreewaldes gelegen, bietet Raddusch seinen Besuchern eine idyllische und ruhige Alternative zu den stark frequentierten Touristikzentren. Im neu gestalteten Naturkahnfährhafen kann der naturverbundene Besucher seinen Ausgangspunkt für eine Kahnfahrt in den Spreewald wählen. Auch Erkundungen mit dem Paddelboot, Fahrrad oder Kremser, die in Raddusch zur Verfügung stehen, sind empfehlenswert. Die Gastronomie und die Hotellerie des Ortes bieten ihre Leistungen in einer einzigartigen Umgebung an. Im »Haus des Tourismus« kann man alles Wissenswerte über den Spreewald erfahren.
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