Slawenburg Raddusch

SlawenburgDie Slawenburg Raddusch liegt in dem ehemaligen Siedlungsgebiet des slawischen Stammes der Lusizi, in unmittelbarer Nähe zum Ortsteil Raddusch. Diesen Siedlern verdankt die Lausitz ihren Namen. Nachfahren dieses Stammes sind die heutigen Sorben/Wenden.

Archäologen hatten die Reste der einstigen Befestigungsanlage des slawischen Stammes entdeckt, die dem Kohleabbau fast zum Opfer gefallen wäre. Glücklicherweise wurde der Tagebau vorzeitig stillgelegt. Einst diente die zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert errichtete Burg den Lusizi als Zufluchtsort in kriegerischen Zeiten. Die Siedlungen selbst befanden sich in ihrem Umfeld. Die Burg als Rundwall aus Eichenholz und Lehm errichtet und war über neun Meter hoch. Ein starkes Weidengeflecht diente als Brustwehr. Zusätzlichen Schutz bot der fünf Meter breite Graben um die Burg. Zwei Tunnelrohre ermöglichten den Zugang ins Burginnere. Dort befanden sich vier hölzerne Brunnen, die etwa 12 Meter tief waren. Der einst massive Erdwall ist heute hohl und lädt zu einer Ausstellung "ausgegrabener Niederlausitzer Geschichte" ein.

Die Konstruktionsdetails basieren auch auf Ergebnissen anderer archäologisch untersuchten Niederlausitzer Slawenburgen, in Anlehnung an das Aussehen der slawischen Burganlage, die sich dort vor mehr als 1.000 Jahren befand. Die Radduscher Burg bestand etwa 150 Jahre lang (von der 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts bis zum Ende des 10. Jahrhunderts).

Die Eröffnung der Slawenburg erfolgte im Mai 2003. Sie ist heute ein modern gestalteter Funktionsbau mit Ausstellungsbereich, Veranstaltungsräumen, Gastronomie und Burgladen. Die moderne Ausstellungsgestaltung im Inneren der Burg bildet einen interessanten Kontrast zur äußeren historisch, originalgetreuen Hülle des Bauwerkes.
Eine Mischung aus traditioneller Fundpräsentation, anschaulichen Inszenierungen und aktueller Multimediatechnik sorgt für einen interessanten Mix für jung und alt.
Ausstellungsschwerpunkte liegen in der Slawenzeit und in der über 1.000 Jahre andauernden Besiedlung der Region durch die so genannte Lausitzer Kultur, der Bronze- und Frühen Eisenzeit. Ein herausragender Fund ist übrigens die einzige slawische Götterfigur der Niederlausitz, der Götze von Raddusch.
Ausstellung
Die Slawenburg Raddusch ist als gemeinsames Projekt des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum, der Stadt Vetschau, der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land und der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH entstanden. Der Tourismusverband Spreewald unterstützt das Projekt seit Beginn der Planung im Jahr 1993. Träger der Gesamtanlage (Gebäude, Ausstellung) ist die Stadt Vetschau/Spreewald, Betreiber ist der Förderverein "Slawenburg-Raddusch e.V.".

Noch ein Tipp, nach der Besichtigung ist eine Kahnfahrt vom Natur-Kahnfährhafen Raddusch genau das Richtige, um den Tag romantisch ausklingen zu lassen.