Stradower Teichlandschaft

Stradower Teichlandschaft aus der LuftMorgenstimmung an den Stradower Teichen nordwestlich von Vetschau: Langsam erwacht im, auf und am Wasser das Leben. Die Vögel zwitschern vereint im Chor der aufgehenden roten Sonne zu, ein Karpfen springt, und in der Ferne schaut ein Reh nach dem rechten. Edvard Grieg könnte genau hier, inmitten des Stradower Teichgebietes, seine Morgenstimmung komponiert haben. Es ist eine Idylle, die sich dem Naturfreund am besten per Fahrrad erschließt. Das Teichgebiet wurde vermutlich um das Jahr 1900 angelegt. Früher kennzeichneten dort weite Sumpfwiesen das Landschaftsbild. Noch heute wird in Stradow Fischerei betrieben. Daneben ist das Gebiet Heimstätte für Tierarten, die man anderswo in Deutschland kaum noch zu Gesicht bekommt. See- und Fischadler, Graureiher, Kormorane und die beliebten Störche sind hier beheimatet, um nur einige zu nennen. Doch auch im Winter haben die Wasserflächen ihren besonderen Reiz. Wenn es nur kalt genug ist, feiern nämlich die Stradower auf einem der Teiche eine zünftige Eisparty, oftmals sogar mit heißen (Schlittschuh-) Kurven auf den gefrorenen Flächen.
 

Eine Burg vor ewigen Zeiten
Gleich neben dem Teichgebiet schließt sich der Stradower Park mit seinem teilweise uralten Baumbestand an. Er gehört zu dem benachbarten, im Jahr 1886 errichteten Gutshaus. Es ist zwar nicht öffentlich zugänglich, aber auch die Außenarchitektur kann sich durchaus sehen lassen. Stradow wurde vor über 650 Jahren erstmals in einer alten Chronik erwähnt. Doch Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich schon viel früher an der Stelle des jetzigen Dorfes eine slawische Burgwallanlage aus dem 7. bis 10. Jahrhundert befunden haben muss. Über die Jahrhunderte entwickelte sich der Ort zum heutigen Reihendorf mit seinen ungefähr 350 Einwohnern. Besonders sehenswert ist auch das weitläufige Ensemble des Dorfangers. Einen schönen Spielplatz gibt es dort, herrlich unter alten Bäumen gelegen. Überhaupt die Stradower Bäume! Sie prägen überall im Dorf das Bild. Am schönsten ist es an den Abenden von heißen Sommertagen, wenn der Ort nach getaner Arbeit langsam zur Ruhe kommt. Dann trifft man sich auf dem Anger unter den Bäumen und tauscht sich die Neuigkeiten des zuende gehenden Tages aus.

Das gesamte Areal ist ein Traum für AnglerDas Geheimnis der weißen Frau
Doch auch schon zur Mittagszeit lohnt es sich durchaus, Augen und Ohren in und um Stradow offen zu halten. Denn dann soll nämlich der Sage nach die weiße Frau von Stradow erscheinen. In helle Gewänder gehüllt, so erzählt man, trug sie Flachsbündel auf dem Rücken und sang dabei herrliche Lieder. Doch woher sie kam und wohin sie ging, weiß niemand. Letztmalig im Jahr 1811 soll sie im Dorf erschienen sein... Stradow ist von Vetschau aus über den Stradower Weg, der hinter den Bahnschienen (Richtung Burg) nach links von der Bahnhofstraße abzweigt, zu erreichen. Nach rund zwei Kilometern ist der Dorfanger in Sichtweite. Ab der Ortsmitte sind die Wanderwege in den Park und um die Teiche sehr gut ausgeschildert. Parkmöglichkeiten gibt es reichlich.