Solarsporthalle

SolarsporthalleDie Kleinstadt Vetschau/Spreewald versteht sich auch aus der Tradition innerhalb der Braunkohleregion Lausitz als "Stadt mit Energie". Aus diesem Anspruch heraus hatte sich die Stadt entschlossen, mit der Solarsporthalle ein bisher einzigartiges Bauwerk zu schaffen, das europaweit einen Meilenstein für die Energieinnovation gesetzt hat. Die Solarporthalle verbindet auf beispielhafte Weise einen außergewöhnlichen niedrigen Energieverbrauch mit einer beachtlichen Energiegewinnung durch ein Photovoltaikkraftwerk auf dem Dach - bei kaum erhöhten Baukosten. Die energieeinsparende Bauweise führt auch zu einem verbesserten Raumklima.
Diese Argumente haben die Stadt bewogen, statt der Ertüchtigung zweier alter Hallen einem richtungsweisenden Projekt den Vortritt zu lassen. Heute wird die Halle durch die vielen Sportvereine der Stadt oft genutzt. Mit den niedrigen Betriebskosten der Halle wird die Sportstätte auch künftig ein Zentrum der Sportkultur für Vetschau und Umgebung in einer schrumpfenden Region bleiben und langfristig gesichert. Gleichzeitig wurde darauf geachtet, die Halle auch für andere Nutzungen bereit zu halten. So kann man die Doppelhalle mit einer Bruttofläche von 1.597 Quadratmetern auch für größere Veranstaltungen nutzen - ein Raum und eine Möglichkeit, wie sie in Vetschau vorher nicht existiert hat.

Passivhaus-Standard
Das Gebäude wurde nach dem Passivhausstandard des Passivhaus-Institutes von Dr. Feist (Darmstadt) ausgeführt. Dieser Standard sieht einen Heizenergieverbrauch von 15 kWh pro Quadratmeter Grundfläche und Jahr vor, der von unserer Halle sogar noch unterschritten wird. Die zugeführte Luft wird durch Wärmerückgewinnung, Erdreichwärmetauscher und Abwärme der Photovoltaikanlage je nach Jahreszeit erwärmt oder gekühlt. Es klimatisiert sich somit „passiv“, es braucht keine Heizungsanlage mehr. Der Heizenergiebedarf der beiden alten Sporthallen (rund 1.597 Quadratmeter), die durch die neue Halle ersetzt wurden, benötigten zusammen rund 301.000 kWh pro Jahr. Die Solarsporthalle, fast genauso groß wie beide Hallen zusammen, benötigt einen Heizenergiebedarf von lediglich 24.000 kWh pro Jahr, das entspricht einer Einsparung von 92 Prozent. Durch die innovativen Wärmegewinnungsmethoden fallen keine Heizkosten mehr an. Das RAL-Gütezeichen 965 „Niedrigenergiebauweise“ wurde am 26. März 2007 verliehen. 

Mit der eingesparten Energie könnten durchschnittlich 240 Brandenburger Haushalte mit Heizenergie versorgt werden, wenn die Wohngebäude in ebenso energiesparender Bauweise errichtet wären. 

GebäudetechnikPhotovoltaikanlage
Die Anlage auf dem Dach hat eine Leistung von 176,12 kWp bei einer Modulfläche von 1.250 Quadratmetern. Die ergibt eine geschätzte Energieproduktion von 153.000 kWh pro Jahr. Die 952 Solarmodule wurden in Deutschland gefertigt. Mit der Energie könnten 66 Haushalte in den neuen Bundesländern versorgt werden. Die umweltfreundliche solare Gewinnung führt zu einer Verringerung des Kohlendioxidausstoßes um 65 Tonnen im Jahr. Um die Luft von dieser Menge Kohlendioxid zu reinigen, wäre ein dichter Laubwald von 25 Fußballfeldern nötig.

Insgesamt erzielt die Solarsporthalle einen Primärenergieüberschuss von etwa 100.000 kWh. Somit wird dieses Bauwerk zur ersten Plusenergiesporthalle. 

Planer und Kosten
Bauherr war die Stadt Vetschau/Spreewald. Das Gesamtprojekt kostete 2,5 Millionen für das Gebäude, davon 1,9 Millionen Baukosten und weitere 1,0 Millionen für die Photovoltaikanlage. Fördermittel für das Gebäude kamen vom Land, die Photovoltaik wurde durch die KfW und enviaM unterstützt. Als Planer stand Architekt Carsten Grobe zur Seite. Durch sein Büro, spezialisiert auf Passivhausbau, konnten modernste bauphysikalische Erkenntnisse für hohe Energieeffizienz in Vetschau/Spreewald eingesetzt werden.

 

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