Ein Vetschauer wird einer der reichsten Männer Amerikas

Richard HellmannRichard Hellmann, geboren am 22.06.1876, ist älteren Vetschauern noch persönlich bekannt. Als Sohn eines Sattlermeisters erlernte er den Beruf eines Kaufmanns und ging über die Stationen Halle und Hamburg nach Amerika. Dort heiratete er die Tochter eines Delikatesswarenhändlers.

Hellmann hatte sich im Spreewald und während seiner Ausbildung in Deutschland umfangreiche Kenntnisse in der Herstellung von Mayonnaise angeeignet. Seine von ihm produzierte Mayonnaise fand in Amerika viele Feinschmecker.

So wurde er schließlich zu einem der reichsten Männer Amerikas. Seine Heimatstadt vergaß er trotz seines Reichtums nicht. Auch mit Hilfe seiner Spenden wurden in Vetschau eine Turnhalle errichtet sowie ein Tennisplatz angelegt und der Rittersaal renoviert, um nur einige Dinge zu erwähnen.

1930 übergab Richard Hellmann der Stadt eine Stiftung mit einem Kapital von 1.250 Stück Aktien, die einen jährlichen Gewinn von 42.000 Reichsmark einbringen sollten. Über den Verbleib dieses Kapitals ist heute leider nichts bekannt. Dennoch kann die am 01. Februar 1995 wieder gegründete Richard-Hellmann-Stiftung aus den Zinsen des Verkaufs einiger Grundstücke, die R. Hellmann der Stiftung zur Verfügung gestellt hatte, weiterhin soziale Belange unterstützen.

Sein Wohlwollen für seine Heimatstadt war für deren Stadtväter Grund, ihn am 03.05.1929 zum Ehrenbürger von Vetschau zu ernennen. Die Übergabe der Ehrenurkunde erfolgte am 21.09.1929 in New York. Die Richard-Hellmann-Straße in der Nähe des Marktes und der Hellmannplatz neben der auch von ihm unterstützten Turnhalle in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße tragen zum ewigen Andenken an ihn bei. Richard Hellmann verstarb im Februar 1971 in New York.

Die Hellmann-Stiftung
Mit Spenden unterstützte Hellmann seine alte Heimat Vetschau. Mit seiner Unterstützung wurde der Rittersaal des Stadtschlosses renoviert, eine Turnhalle erweitert und ein Tennisplatz angelegt. Im Jahr 1929 legte Hellmann zugunsten der Stadt Vetschau eine Stiftung von 500.000 Reichsmark an, die jährlich einen Gewinn von 42.000 Reichsmark erbringen sollte. In den Wirren der Geschichte ging das Stiftungsvermögen später unter. Über den Verbleib eines großen Teils des Kapitals ist heute nichts bekannt. Am 25. Mai 1992 wurde die Stiftung, auf der Grundlage des Verkaufs einiger noch vorhandener Grundstücke der Stiftung, jedoch wieder gegründet. Die Stiftung unterstützt noch heute soziale Belange.