Ein dominierendes Bauwerk ist verschwunden: Kraftwerk Vetschau

Kraftwerk VetschauDie industrielle Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg von Vetschau/Spreewald war fast ausschließlich geprägt durch den Aufbau des Kraftwerkes Vetschau (Beginn 1959, Inbetriebnahme 1. 100 MW-Block 1964, Fertigstellung 1967) und der beiden Braunkohlentagebaue Gräbendorf (Erschließung ab 1979, Kohleförderung von 1984 bis 1992 ca. 35 Mio. Tonnen) und Seese/Ost (Erschließung ab 1981, Kohleförderung von 1987 bis 1996 ca. 55 Mio. Tonnen). Im Zusammenhang mit dem Kraftwerksbau wurde 1960 die Umgehungsstraße F115 und 1960 bis 1985 die Neustadt errichtet. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands begann ein Strukturveränderungsprozess, der alle Gesellschaftsbereiche umfasst. Zusätzlich zu den allgemeinen Strukturveränderungen ist 1996 die Elektroenergieproduktion im Kraftwerk Vetschau (auch im Kraftwerk Lübbenau) und damit verbunden auch die Braunkohlenförderung eingestellt worden.

Deshalb wird das Kraftwerksgelände zum Industrie- und Technologiezentrum Spreewald (ITS) entwickelt und Gewerbe angesiedelt.

Neustadt VetschauNeustadt
Mit dem Bau des Kraftwerkes Vetschau (später Kraftwerke Lübbenau/Vetschau) beginnt eine sprunghafte Entwicklung der Stadt. Ca. 300 m östlich des Lobendorfer Weges wird auf der Hochfläche ein ca. 1,8 km² großes, überwiegend bewaldetes Areal vorbereitet, das bis auf die Gemarkung der Gemeinde Eichow reicht. Dazu ist es erforderlich, die damalige F 115 kurz hinter Eichow in Form einer Sinuskurve direkt an die Autobahn zu verlegen, so dass eine südliche Ortsumfahrung des Zentrums von Vetschau entsteht. Die Kraftwerkstraße ist mit der alten Trasse identisch und wird zur städtischen Kraftwerkzufahrt. Gleichzeitig wird nördlich des Kraftwerkes ein werkseigener Eisenbahnhaltepunkt mit Tunnel gebaut. Parallel dazu wurden in zeitlichen Abständen drei Standorte für Geschosswohnungsbau errichtet. Die ersten Wohnblöcke mit Ziegel gedecktem Sattel- bzw. Walmdach und Bodenraum werden an der Straße des Aufbaus noch unter weitgehender Benutzung der vorhandenen Infrastruktur gebaut. Charakteristisch für die Vetschauer Neustadt ist die Aussparung einer großen Senke unmittelbar östlich des Kreisels. Erst im Zuge des Nachverdichtungsprogramms Mitte der achtziger Jahre wurde hier ein großer Block errichtet.