Vetschauer Persönlichkeiten

Alexander Rabenau
Der Heimatforscher Alexander Rabenau wurde am 06.10.1845 als Sohn eines Kaufmanns und Landwirtes in Vetschau geboren. Er arbeitete selber als Landwirt und betätigte sich als Heimatforscher. Rabenau interessierte sich insbesondere für Antiquitäten und sammelte Volkssagen. Er sammelte und notierte während seiner ausgedehnten Wanderungen etwa 60, meist sorbische, Sagen und Märchen. 1889 erschienen diese als gebundene Ausgabe. Rabenau starb am 27.09.1923 in seiner Heimatstadt.
Alexander Rabenau
   
Ferdinand Griebenow
Geboren wurde Griebenow am 02.01.1848 in Berlin, als Sohn des Rittergutsbesitzers Wilhelm Christian Griebenow. Sein Vater machte Millionen mit Grundstücksaufkäufen und -verkäufen in den besten Lagen von Berlin, schrieb die Berliner Volkszeitung. Die Firma Blütchen & Söhne aus Vetschau hatte 1864 eine Niederlassung in Berlin eröffnet. Er heiratete die Tochter der Familie und zog danach nach Vetschau. Er ließ im gleichen Jahr auf einem von ihm erworbenen Land zwischen Bahnhofstraße und Schönebegker Straße eine weiße Villa im Florentiner Stil errichten und ließ den Park nach Pücklerschen Grundsätzen im Englischen Stil gestalten. Am Tage seiner Silberhochzeit am 15.07.1898, wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Vetschau ernannt. Griebenow verstarb am 27.01.1910 in Vetschau.
Ferdinand Griebenow
   
Hans Bock
Der Dichter Hans Bock, Jan Bok, Johannes Bocatius wurde am 25.12.1568 als Sohn des Kaufmanns Peter Bock in Vetschau geboren. Er studierte in Dresden und Wittenberg. Als Diplomat im Dienste des Siebenbürger Grafen Bocskaj wurde er vom Kaiser Rudolf II. zu mehreren Jahren Festungshaft in Prag verurteilt. Bock zählte zu den bedeutendsten Dichtern seiner Zeit. Er erhielt den kaiserlichen Titel „Poeta laureatus ceasareus" - soviel wie: „gekrönter Dichter".
Hans Bock
   

Richard Hellmann
Geboren am 22.06.1876, als Sohn eines Sattlermeisters erlernte er den Beruf eines Kaufmanns und ging über die Stationen Halle und Hamburg nach Amerika. Dort heiratete er die Tochter eines Delikatesswarenhändlers. Im Spreewald hatte Hellmann sich umfangreiche Kenntnisse in der Herstellung von Mayonnaise angeeignet. Seine von ihm produzierte Mayonnaise fand in Amerika viele Feinschmecker. So wurde er zu einem der reichsten Männer Amerikas. Seine Heimatstadt vergaß er trotz seines Reichtums nicht.

1930 übergab Richard Hellmann der Stadt eine Stiftung mit einem Kapital von 1.250 Stück Aktien. Damit kann die am 1. Februar 1995 wieder gegründete Richard-Hellmann-Stiftung, aus den Zinsen des Verkaufs einiger Grundstücke, die Hellmann der Stiftung zur Verfügung gestellt hatte, weiterhin soziale Belange unterstützen. Sein Wohlwollen für seine Heimatstadt war für deren Stadtväter Grund, ihn am 03.05.1929 zum Ehrenbürger zu ernennen. Hellmann verstarb im Februar 1971 in New York.

Richard Hellmann
   
Selma Griebenow, geborene Blütchen
Eine sehr bekannte Persönlichkeit der Stadt Vetschau, wurde am 16.06. 1851 in Vetschau geboren und verstarb mit 91 Jahren am 20.September 1942. Die geachtete Frau entstammte als fünftes Kind der angesehenen Vetschauer Weberfamilie Blütchen, die bereits 1860 die erste maschinell betriebene Weberei der Stadt am Markt gründete. Am 15. Juli 1873 heiratete die Vetschauerin den aus Berlin stammenden Rittergutsbesitzer Ferdinand Griebenow. Ihre letzte Ruhestätte fand sie in der Gruft neben ihrem Ehemann in der Erbbegräbnisanlage auf dem Vetschauer Friedhof.
Selma Griebenow
   
Simon Muslick
Der Theologe Simon Muslik, genannt Musaeus, wurde als Sohn eines Ackerbürgers 1521 in Vetschau geboren. Nach dem Besuch der Lateinschule studierte er in Frankfurt/Oder und Wittenberg Theologie. Von 1547-1549 arbeitete er als Lehrer in Nürnberg. Danach war er bis 1559 Prediger und Pfarrer in verschiedenen Orten Deutschlands und Böhmens (Psibor). Als Schüler Philipp Melanchthons geriet er nach theologischen Auseinandersetzungen im protestantischen Lager unter den Einfluss der so genannten „strengen Lutheraner". Er verstarb unter ziemlich traurigen Umständen 1582 in Mansfeld.
Simon Muslick
   
Wilhelm Schieber
Der Maler Wilhelm Schieber, mit seinem wendischen Namen Wylem Sybar, wurde am 21.11.1887 in Weißagk, dem heutigen Ortsteil Märkischheide, geboren. Schieber studierte von 1902-1908 am Lehrerseminar in Alt-Döbern. Er unterrichtete danach in Heinersbrück, Neuzelle und Berlin. 1943 siedelte er wieder in seinen Geburtsort über und begann ihn zu aquarellieren. Er malte auch den Spreewald zu allen Jahreszeiten, was ihm den Namen „Spreewaldmaler" einbrachte. Wilhelm Schieber ist als Meister der Landschaft bekannt geworden.     Am 03.12.1974 verstarb er in seinem Geburtsort. Anlässlich seines 100. Geburtstages wurde ihm zu Ehren im Schlosspark ein Denkmal eingeweiht.
Wilhelm Schieber

 

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